Bildrollen. Dauer und Wandel einer indischen Volkskunst
Zur Eröffnung sind die Bildrollenkünstlerinnen Swarna und Manimala Chitrakar sowie der indische Linguist und Ethnologe Dr. Ganesh Murmu eingeladen.
Schon vor 2000 Jahren zogen in Indien fahrende Künstler über Land, die anhand gemalter Bildrollen die Erzählungen der grossen indischen Epen unter der meist analphabetischen Landbevölkerung verbreiteten. Sie waren die Schöpfer und Träger einer Kunstform, die sich von Indien aus über Ost- und Südostasien sowie in westlicher Richtung bis Nordafrika und Südeuropa verbreitete.
Im Osten Indiens halten sich bis heute zwei unterschiedliche Bildrollen-Traditionen: die der patua und die der jadopatia. Politische Veränderungen, technische Neuerungen und soziale Umwälzungen konfrontierten diese beiden Traditionen mit der Notwendigkeit neuer Überlebensstrategien. Während die patua diese Herausforderung meisterten, scheiterten die jadopatia – ihre Tradition steht vor dem Aus. Wie es dazu kam, beleuchtet diese von einer gleichnamigen Buchpublikation begleitete Ausstellung.
Raum: Hörsaal, PEA