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Sprache in Variation - und warum sich die Deutschschweizer trotzdem verstehen

Donnerstag, 22. Nov 2012, 18:15 Uhr bis 20:00 Uhr

Alle wissen, dass sich das sogenannte "Schweizerdeutsche" aus zahlreichen unterschiedlichen Sprechweisen zusammensetzt. Diese werden von den Dialektologen erfasst, indem sie die Sprache ortstypischer Sprecher beschreiben und in Sprachatlanten darstellen. Wie aber kommt es, dass sich die Sprecher und Sprecherinnen verschiedener Dialekte verstehen, ohne die vielen unterschiedlichen Arten zu sprechen je "gelernt" zu haben? Offensichtlich bilden die Dialekte keine ungeordneten Mengen willkürlich zusammengewürfelter Sprachmerkmale, vielmehr stehen ihre Merkmale in Beziehungen zueinander, die sich formulieren und von den Sprechenden erfassen lassen. In diesem Vortrag versuche ich, diese Annahme anhand einiger schweizerdeutscher Beispiele zu illustrieren. Ich möchte das Publikum davon überzeugen, dass die Dialektologie keine Nischendisziplin für Romantiker ist, wohl aber der Ausgangspunkt jeder ernsthaften Sprachwissenschaft.

MitProf. em. Dr. Walter Haas (Universität Freiburg, CH)
Ort Universität Zürich Zentrum, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Raum: KO2 F-180
VeranstalterZürcher Kompetenzzentrum Linguistik
KontaktAnja Hasse (Mail)