Im Spannungsfeld zwischen Modernität und Tradition – Zur Figur des Bauern im Identitätsdiskurs der Schweiz

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr

Hin- und hergerissen zwischen der kulturellen und der nationalen Identität beschäftigt sich die Schweiz immer wieder mit ihrem Imaginarium (Ch. Taylor), das dem Zugehörigkeitsgefühl zugrunde liegt. In der Häufung von verschiedenen Identifikationsfiguren und -bildern, unter denen z.B. Wilhelm Tell oder Rütlischwur zum verinnerlichten Gemeingut geworden sind, befinden sich auch solche wie der Bauer, der, obwohl stets präsent, im kulturellen und nationalen Imaginarium übersehen oder in seiner Bedeutung unterschätzt zu werden scheint. Die Bauerfigur legte einen langen Weg von einem aufrührerischen Störfaktor zurück, bis sie zum Sinnbild des Schweizers Ende des 19. Jahrhunderts werden konnte. Zu ihrem Aufstieg verhalfen eine Reihe von Co-Figuren im gesamten Mythos-Komplex, mit der alpinen Natur und dem einfachen Alpenbewohner an der ersten Stelle. Mit dem Rückgriff auf die Referenzfigur des Bauern wird im schweizerischen Imaginarium jedoch die Figur des Bürgers in den Hintergrund verdrängt. Den Konsequenzen von diesem Wechsel will sich der Vortrag zuwenden.

MitProf. Dr. Dariusz Komorowski
Ort Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Raum: KO2 F 150
VeranstalterInstitut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft ISEK – Populäre Kulturen
ISEK - Populäre Kulturen
KontaktDr. Christine Hämmerling (Mail)