Attische Mantelfiguren. Die Bedeutung eines standardisierten Motivs in der attisch rotfigurigen Vasenmalerei

Dienstag, 27. März 2018, 18:15 Uhr bis 19:15 Uhr

Reflektiert man die bisherige 'communis opinio' zu den namenlosen männlichen Himationsträgern, den Mantelfiguren, so wird ihre Wahrnehmung von den späteren Bildern, in denen diese Figuren scheinbar isoliert nur auf einer Seite der Vase auftauchen, dominiert. Diese auf den ersten Blick ›banalen‹ Darstellungen lassen sich nur schwer in semantische Kategorien einordnen, sodass ihre kommunikative und inhaltliche Bedeutung unterschätzt wurde. Die ausführliche Untersuchung der Mantelfiguren in ihrer diachronen, bildlichen und semantischen Entwicklung zeigt jedoch, dass eines der häufigsten Motive der attisch-rotfigurigen Vasenproduktion in Wirklichkeit nicht nur ein komplexeres und relevanteres Element der antiken Bildsprache war als bisher vermutet, sondern geradezu paradigmatisch ein interpretatives Schlüsselmoment im Verhältnis zwischen Produzent, Betrachter, Objekt und Bildwelt liefert.

MitDr. Mariachiara Franceschini, Universität Zürich
Ort Rämistrasse 73, 8006 Zürich
Raum: RAK E 8
VeranstalterInstitut für Archäologie, Fachbereich Klassische Archäologie
Vereinigung der Freunde Antiker Kunst
KontaktUte Würsdörfer (Mail)